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<title>Rebab</title>
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<h1 id="firstHeading" class="firstHeading mw-first-heading"><span class="mw-page-title-main">Rebab</span></h1>
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<p><b>Rebab</b> ist eine zwei-, selten dreisaitige Stachelfiedel, die in <a href="Indonesien" title="Indonesien">Indonesien</a> und <a href="Malaysia" title="Malaysia">Malaysia</a> in der höfischen Musik des <i><a href="Gamelan" title="Gamelan">gamelan</a></i> und in der Volksmusik gespielt wird. Die mit der orientalischen <i><a href="Rab%C4%81b" title="Rabāb">rabāb</a></i> namens- und formverwandte Schalenspieß<a href="Lauteninstrument" title="Lauteninstrument">laute</a> besitzt häufig einen ovalen, leicht herzförmigen <a href="Korpus_(Musikinstrument)" class="mw-redirect" title="Korpus (Musikinstrument)">Korpus</a> aus einer halben Kokosnussschale und einen langen Rundstab ohne Griffbrett als Saitenträger. Im <a href="Java_(Insel)" title="Java (Insel)">javanischen</a> <i>gamelan</i> ist der Spieler der <i>rebab</i> üblicherweise der Orchesterleiter. Darüber hinaus kommen Stachelfiedeln besonders im Norden von <a href="Sumatra" title="Sumatra">Sumatra</a>, in Teilen <a href="Borneo" title="Borneo">Borneos</a> und in <a href="Sulawesi" title="Sulawesi">Sulawesi</a> zur Gesangsbegleitung vor. Die westjavanische <i>rebab</i> ist etwas größer und schwerer als das zentraljavanische Instrument.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Herkunft">Herkunft</h2></div>
<p>Der zentralasiatische Gelehrte <a href="Al-Farabi" class="mw-redirect" title="Al-Farabi">al-Farabi</a> erwähnt in der ersten Hälfte des 10. Jahrhunderts erstmals ein mit einem Bogen gestrichenes Saiteninstrument.<sup id="cite_ref-1" class="reference"><a href="#cite_note-1"><span class="cite-bracket">[</span>1<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> In seinem Werk <i>Kitāb al-mūsīqā al-kabīr</i> („Das große Buch der Musik“) gibt er für dieses Instrument den <a href="Arabische_Sprache" title="Arabische Sprache">arabischen</a> Namen <i>rabāb</i> an, der bereits in früheren Quellen vorkommt, aber sich dort nicht eindeutig einem Streichinstrument zuordnen lässt.<sup id="cite_ref-2" class="reference"><a href="#cite_note-2"><span class="cite-bracket">[</span>2<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Mit <i>rabāb</i> verwandte Bezeichnungen für Streichinstrumente, die auf den arabischen Wortstamm <i>r-b-b</i> zurückgehen, sind im Orient von den Ländern des <a href="Maghreb" title="Maghreb">Maghreb</a> im Westen bis in den Nordwesten Indiens weit verbreitet.
</p><p>Die Form des Korpus und die Befestigung des Saitenträgers unterscheidet die einzelnen Vertreter der arabischen Spießlauten. Allgemein durchquert ein langer, aus einem Holzstab bestehender Saitenträger den Korpus und ragt an der Unterseite ein Stück hinaus. Nach der Korpusform gehört die <i>rebab</i> zu den Schalenspießlauten, die einen schalenförmigen runden Korpus besitzen wie die ägyptische <i>kamanǧa</i> (auch <i>rebāb</i>) mit zwei Saiten, an deren Unterseite ein Eisenspieß herausragt. Bekannter ist die ähnliche persische <i><a href="Kamantsche" title="Kamantsche">kamantsche</a></i>. In der Türkei verschwand die alte Spießgeige <i>rebâb</i> zugunsten der <i><a href="Kemen%C3%A7e" title="Kemençe">kemençe</a></i>. Eine weitere Gruppe bilden die Kastenspießlauten wie die <i><a href="Ribab" title="Ribab">ribāb</a></i> in Marokko und die einsaitige <i><a href="Masinko" title="Masinko">masinko</a></i> in Äthiopien, bei denen Seiten und Boden des Korpus aus mehreren Teilen zusammengefügt sind. Die nach der Korpusform dritte Gruppe sind Röhrenspießgeigen wie die <i><a href="Endingidi" title="Endingidi">endingidi</a></i> in Uganda, die im arabischen Raum nicht vorkommen, sondern chinesischen Ursprungs sind.<sup id="cite_ref-3" class="reference"><a href="#cite_note-3"><span class="cite-bracket">[</span>3<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p><p>Neben Spießgeigen sind gezupfte Kurzhalslauten unter von <i>rabāb</i> abgeleiteten Namen bekannt: in Marokko und Tunesien die kurze Knickhalslaute <i>rebāb</i>, in Afghanistan die <i><a href="Rubab" title="Rubab">rubāb</a></i> und weitere Lauten in Zentralasien. Eine der ältesten arabischen Fiedeln dürfte die einsaitige „Poetenfiedel“ <i>rabāba</i> mit einem kastenförmigen Korpus sein, die <a href="Beduinen" title="Beduinen">Beduinen</a> zur Begleitung von Liedern spielen.<sup id="cite_ref-4" class="reference"><a href="#cite_note-4"><span class="cite-bracket">[</span>4<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p><p>Wann die zentralasiatisch-orientalischen Lauten nach Südostasien kamen, ist unklar. Die aus vorislamischer Zeit stammende Laute <i><a href="Barbat_(Musikinstrument)" title="Barbat (Musikinstrument)">barbat</a></i>, deren bekanntester Abkömmling die arabische <i><a href="Oud" title="Oud">ʿūd</a></i> wurde, gelangte vermutlich über den Umweg des jemenitischen <i><a href="Qanbus" title="Qanbus">qanbus</a></i> im 15. Jahrhundert auf dem Seeweg nach Südostasien und wurde dort zur in mehreren islamischen Musikstilen gespielten <i><a href="Gambus" title="Gambus">gambus</a></i>. Eine wesentlich frühere Ausbreitung orientalischer Saiteninstrumente könnte von <a href="Iranisches_Hochland" title="Iranisches Hochland">Persien</a> auf dem Landweg erfolgt sein. Laut chinesischen Quellen soll es persische Siedler im 5./6. Jahrhundert auf der <a href="Malaiische_Halbinsel" title="Malaiische Halbinsel">Malaiischen Halbinsel</a> gegeben haben. Im 1. Jahrtausend kamen mit der Ausbreitung der indischen Kultur zunächst indische Musikinstrumente nach Südostasien, darunter Stabzithern (<i><a href="Phin_phia" title="Phin phia">phin phia</a></i>) und Bogenharfen (<i><a href="Saung_gauk" title="Saung gauk">saung gauk</a></i>, ungefähr seit dem 9. Jahrhundert in <a href="Myanmar" title="Myanmar">Myanmar</a> historisch greifbar). Arabische und persische Händler waren Münzfunden zufolge möglicherweise ab dem 9. Jahrhundert in der Region; die ersten muslimischen Gemeinden siedelten im 13. Jahrhundert im Norden <a href="Sumatra" title="Sumatra">Sumatras</a>. Händler aus dem indischen <a href="Gujarat" title="Gujarat">Gujarat</a> und aus Persien kontrollierten Anfang des 15. Jahrhunderts Handelsniederlassungen im <a href="Sultanat_von_Malakka" title="Sultanat von Malakka">Sultanat von Malakka</a>.<sup id="cite_ref-5" class="reference"><a href="#cite_note-5"><span class="cite-bracket">[</span>5<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p><p>Neben der Bogenharfe gelangten andere indische Musikinstrumente mit der Ausbreitung des <a href="Buddhismus" title="Buddhismus">Buddhismus</a> nach Myanmar. Der Musikethnologe Robert Garfias ist der Ansicht, dass vermutlich nicht vor dem 12. Jahrhundert einsaitige Stachelfiedeln in Myanmar bekannt waren, wo sie <i><a href="Tayaw" title="Tayaw">tayàw</a></i> genannt wurden. Ab dem 12. Jahrhundert dürften sich Stachelfiedeln vermutlich vom Typ der <i>rebab</i> und der mit ihr verwandten thailändischen <i><a href="Sor_U" title="Sor U">sor u</a></i> in Südostasien verbreitet haben. Von der burmesischen Stachelfiedel fehlt jede Spur<sup id="cite_ref-6" class="reference"><a href="#cite_note-6"><span class="cite-bracket">[</span>6<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> und eine andere, <i>tayàw</i> genannte Fiedel mit drei Saiten und einem rundbauchigen, achtförmigen Korpus, die im 19. Jahrhundert populär war, ist seit der Etablierung der europäischen Violine museal. Die <i>sor u</i> ist eine zweisaitige Schalenspießlaute mit einem Korpus aus einer ovalen Kokosnussschale, die ihre heutige Form um 1900 nach chinesischen Vorbildern erhielt. Eine ähnliche thailändische Fiedel ist die <i>sor sam sai</i> mit drei Saiten, die vermutlich spätestens seit dem <a href="Sukhothai_(K%C3%B6nigreich)" title="Sukhothai (Königreich)">Sukhothai</a>-Reich Anfang des 14. Jahrhunderts gespielt wurde. Für Spießgeigen wie die <i>sor sam sai</i> hält David Morton eine Verbreitung vom Orient über Indien bis <a href="Nanzhao" title="Nanzhao">Nanzhao</a> (Südchina) für wahrscheinlich und erwähnt Mantle Hood (1970),<sup id="cite_ref-7" class="reference"><a href="#cite_note-7"><span class="cite-bracket">[</span>7<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> der annimmt, dass die javanische <i>rebab</i> bereits in vorislamischer Zeit bekannt war.
</p><p><i>Sor</i> (oder <i>so</i>) ist der thailändische Oberbegriff für Spießgeigen, dem in <a href="Kambodscha" title="Kambodscha">Kambodscha</a> <i>tro</i> entspricht. Über eine Kulturvermittlung von Java nach Kambodscha wurde nicht nur im Zusammenhang mit dem kambodschanischen Schattenspiel <i><a href="Sbek_thom" title="Sbek thom">sbek thom</a></i> spekuliert, die javanische <i>rebab</i> könnte Vorbild für die zweisaitige kambodschanische <i>tro u</i> gewesen sein und diese könnte mit der Eroberung des <a href="Khmer_(Volk)" title="Khmer (Volk)">Khmer</a>-Reichs durch <a href="K%C3%B6nigreich_Ayutthaya" title="Königreich Ayutthaya">Ayutthaya</a> Anfang des 15. Jahrhunderts Thailand erreicht haben.<sup id="cite_ref-8" class="reference"><a href="#cite_note-8"><span class="cite-bracket">[</span>8<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Eine gesicherte Ausbreitungsrichtung für die zwei- und dreisaitigen Spießgeigen in Südostasien ergibt sich hieraus nicht.
</p><p>Die <i>rebab</i> ist mit der westjavanischen Kastenhalslaute <i><a href="Tarawangsa" title="Tarawangsa">tarawangsa</a></i>, der zentraljavanischen Kastenzither <i><a href="Celempung" title="Celempung">celempung</a></i> und der westjavanischen Brettzither <i><a href="Kacapi" title="Kacapi">kacapi</a></i> eines der vier Saiteninstrumente der traditionellen javanischen Musik. Die beiden <a href="Zither" title="Zither">Zithern</a> sind chinesischen Ursprungs. Namentlich erwähnt werden <i>rebab</i> und <i>celempung</i> in einem Manuskript der indonesischen Erzählung <i>Hikayat Cekelwanengpati</i>, die von den Abenteuern des mythischen Helden Panji handelt. Die Panji-Geschichten gehören auf Java zur jüngeren Erzähltradition (<i>gedog</i>), von der die altindischen Epen (<i>purwa</i>) unterschieden werden. Damit ist die <i>rebab</i> für die Zeit der <a href="Hinduismus" title="Hinduismus">hindu</a>-javanischen Königreiche vor der Islamisierung im 15. Jahrhundert belegt. Das Wort <i>rebab</i> kommt in weiteren Panji-Erzählungen und im <a href="Balinesische_Sprache" title="Balinesische Sprache">balinesischen</a> Erzählgedicht <i>Bagus Turunan</i> vor. Darin geht es um die titelgebende Hauptfigur, die als Junge von einem alten Ehepaar im Wald gefunden, groß gezogen und später zum Geliebten der Prinzessin von Kediri wird.
</p><p>Der älteste javanische Name für ein Lauteninstrument ist <i><a href="Ravanahattha" title="Ravanahattha">rawanahasta</a></i>. In seiner indischen Heimat wurde im 1. Jahrtausend möglicherweise eine Art <i><a href="Vina" title="Vina">vina</a></i>, also eine Bogenharfe, als <i>ravanahasta</i> bezeichnet, heute heißt so in Indien eine Stachelfiedel mit Kokosnussresonator. Die 907 in einer zentraljavanischen Quelle erwähnte Instrumentenbezeichnung stand vermutlich früher für eine gezupfte Laute, denn auf keinem mittelalterlichen javanischen Tempelrelief ist eine Streichlaute abgebildet. Ein weiterer Instrumentenname in der alt<a href="Javanische_Sprache" title="Javanische Sprache">javanischen</a> Literatur ist <i>samépa</i>. Was für ein Musikinstrument dies war, ist nicht bekannt, außer dass es den Vortrag der altjavanischen Versformen <i>kidung</i> und <i>kakewin</i> begleitete und in manchen <i>gamelan</i> eingesetzt wurde. Eine solche Verwendung spricht dafür, dass es sich um ein der <i>rebab</i> ähnliches Streichinstrument handelte.<sup id="cite_ref-9" class="reference"><a href="#cite_note-9"><span class="cite-bracket">[</span>9<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Bauform_und_Spielweise">Bauform und Spielweise</h2></div>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Zentraljava">Zentraljava</h3></div>
<p>Die zentraljavanische <i>rebab</i> ist etwa einen Meter lang und besteht aus einem schlanken, gedrechselten Holzstab und einem runden, leicht herzförmigen Korpus aus einer halben Kokosnussschale (<i>batok</i>) oder gelegentlich aus einer geschnitzten Holzschale. Um die gewünschte Form des Korpus zu erreichen, wird die Hälfte einer Kokosnuss eingeölt und solange in eine entsprechend geformte Presse gelegt, bis das gewünschte Ergebnis erreicht ist. Der gewölbte Boden (<i>pentat</i>) des Korpus ist häufig mit einem Ring kleiner Löcher (<i>nawa</i>) durchbohrt. Als Decke wird ein zu <a href="Pergament" title="Pergament">Pergament</a> verarbeiteter Büffeldarm verwendet. Der <a href="Steg_(Saiteninstrument)" title="Steg (Saiteninstrument)">Steg</a> aus Teakholz steht im oberen Viertel auf der Decke. Vom an der Unterseite des Korpus herausragenden Stachel (<i>sikil</i>, „Fuß“) führen zwei Kupfersaiten (<i>kawat</i>) über den Steg (<i>santen</i> oder <i>srenten</i>) und mit mehreren Zentimetern Abstand vom Saitenträger (Hals, <i>jeneng</i> oder <i>watangan</i>) bis zu zwei langen, seitenständigen Wirbeln am „Kopf“ (<i>sirah</i>, auch <i>daga</i>). Tatsächlich handelt es sich um eine durchgängige, mit den Enden an den Wirbeln befestigten Saite, die mehrfach um den Stachel herumgeschlungen ist, sodass, falls sie reißen sollte, noch etwas Restlänge übrigbleibt.<sup id="cite_ref-10" class="reference"><a href="#cite_note-10"><span class="cite-bracket">[</span>10<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Die schlanke Spitze, die bei alten, wertvollen Instrumenten aus gedrechseltem Elfenbein besteht, heißt <i>menur</i> („Jasmin“). Die beiden Saiten werden als <i>jindra</i> (<i>jaler</i>, „männlich“) und <i>laranangis</i> (<i>istri</i>, „weiblich“) unterschieden. Ein unterhalb des Stegs auf die Melodiesaite gestecktes kleines Stück Bananenblatt (<i>ening</i>, <i>suning</i> oder <i>srawing</i>) soll den Klang etwas geräuschhafter werden lassen. Die Unterseite des Korpus ist häufig mit einem samtenen Tuch überzogen. Bei Nichtgebrauch steht die <i>rebab</i> an einen aufwendig geschnitzten, hölzernen Ständer gelehnt.
</p><p>Der auf dem Boden sitzende Spieler hält die auf den Stachel gestützte <i>rebab</i> mit zwei Fingern der linken Hand senkrecht frei vor sich. Die Saiten werden mit einem kurzen Pferdehaarbogen (<i>kosok</i> oder <i>chèngkok</i>) knapp über der Oberkante des Korpus gestrichen. Der Bogen wird über die Saiten geführt, nicht wie bei der chinesischen Spießgeige <i><a href="Erhu" title="Erhu">erhu</a></i> zwischen den Saiten. Der Spieler greift das Bogenende zwischen Daumen und Zeigefinger, mit dem Ringfinger strafft er die Haarbespannung. Die Saiten drückt er mit den Fingerkuppen der linken Hand gegen den Rundstab.<sup id="cite_ref-11" class="reference"><a href="#cite_note-11"><span class="cite-bracket">[</span>11<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p><p>Die Saiten sind im <a href="Quinte" title="Quinte">Quintabstand</a> ungefähr auf die Töne D und A gestimmt, entsprechend den oberen beiden Saiten des <a href="Violoncello" title="Violoncello">Violoncellos</a>. Die genaue Stimmung erfolgt je nach der zu spielenden Tonart. Da es kein Griffbrett gibt, wird die Tonhöhe außer durch die Fingerposition auch durch den Anpressdruck der Finger auf die leicht schräg auf den Saitenträger zulaufenden Saiten und den Druck des Streichbogens beeinflusst.<sup id="cite_ref-12" class="reference"><a href="#cite_note-12"><span class="cite-bracket">[</span>12<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p><p><i>Rebab</i> und die Bambuslängsflöte <i><a href="Suling" title="Suling">suling</a></i> sind die einzigen Melodieinstrumente im <i>gamelan</i>, die einen anhaltenden Ton produzieren. Als <i>gamelan</i> werden Ensembles unterschiedlicher Größe der höfischen Musik sowie der städtischen und dörflichen rituellen Musik bezeichnet, die hauptsächlich aus Schlaginstrumenten bestehen. Zu diesen gehören Reihen von Buckel<a href="Gong" title="Gong">gongs</a> aus Bronze, <a href="Metallophon" title="Metallophon">Metallophone</a>, Trommeln (<i><a href="Kendang" title="Kendang">kendang</a></i>) und <a href="Xylophon" title="Xylophon">Xylophone</a>. Jedes <i>gamelan</i> ist auf eine Tonart gestimmt. Seit der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts werden auf Java in der höfischen Unterhaltungsmusik ein in der Tonart <i><a href="Slendro" title="Slendro">sléndro</a></i> und ein in <i><a href="P%C3%A9log" title="Pélog">pélog</a></i> gestimmtes <i>gamelan</i> kombiniert. Ein solches <i>gamelan sléndro-pélog</i> (oder <i>gamelan seprangkat</i>), das einen doppelten Satz der Schlaginstrumente enthält, besitzt auch zwei <i>rebab</i> und zwei <i>suling</i>.<sup id="cite_ref-13" class="reference"><a href="#cite_note-13"><span class="cite-bracket">[</span>13<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p><p>Die Instrumente des <i>gamelan</i> werden nach der Klangqualität in die Gruppe der laut klingenden Schlaginstrumente aus Bronze (Metallophone <i>saron</i> und <i>slenthem</i>, Gongreihe <i><a href="Bonang" title="Bonang">bonang</a></i>) und in leise klingende Instrumente <a href="Klassifizierungen_von_Musikinstrumenten" title="Klassifizierungen von Musikinstrumenten">klassifiziert</a>. Die laut klingenden Ensembles spielen meist im Freien; bei Prozessionen und religiösen Zeremonien kann das <a href="Doppelrohrblattinstrument" title="Doppelrohrblattinstrument">Doppelrohrblattinstrument</a> <i>selomprèt</i> hinzutreten. Zu den leise klingenden Ensembles (<i>gamelan klenengan</i>) gehören das Metallophon <i>gender</i>, das Trogxylophon <i>gambang</i>, die <i>suling</i>, die <i>celempung</i>, die <i>rebab</i> und die Gesangsstimme. Jedem Instrument kommt eine definierte Rolle bei der Bildung des Gesamtklangs zu. In den leisen Stücken leitet der <i>rebab</i>-Spieler das Ensemble, indem er die Hauptlinie der Melodie vorwegnimmt, die von den Schlaginstrumenten produziert wird. Die leitende Funktion der <i>rebab</i> drückt die Formulierung <i>pamurbu lagu</i> („was Autorität über die Melodie hat“) aus.<sup id="cite_ref-14" class="reference"><a href="#cite_note-14"><span class="cite-bracket">[</span>14<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Die <a href="Idiophon" title="Idiophon">idiophonen</a> Schlaginstrumente und die Trommeln sorgen für den sich zyklisch wiederholenden, rhythmischen und melodischen Rahmen und vervielfältigen die Hauptmelodie (<i>balungan</i>, „Gerippe“, melodisches Gerüst).<sup id="cite_ref-15" class="reference"><a href="#cite_note-15"><span class="cite-bracket">[</span>15<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p><p>In Kompositionen für laute Instrumente pausiert die <i>rebab</i>. Bei den leisen <i>gamelan</i>-Kompositionen (allgemein <i>gending</i>, auch <i>gendhing</i>) spielt die <i>rebab</i> die Einführung (<i>buka</i>). In diesem Fällen, die den weit überwiegenden Teil aller zentraljavanischer <i>gamelan</i>-Kompositionen (<i>karawitan</i>) ausmachen, heißt die gesamte Komposition <i>gending rebab</i>.<sup id="cite_ref-16" class="reference"><a href="#cite_note-16"><span class="cite-bracket">[</span>16<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Falls keine <i>rebab</i> mitwirkt, spielt das Metallophon <i><a href="Gend%C3%A8r" title="Gendèr">gendèr</a></i> die Einführung (und die Komposition heißt <i>gending gendèr</i>).<sup id="cite_ref-17" class="reference"><a href="#cite_note-17"><span class="cite-bracket">[</span>17<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Die <i>rebab</i> verfügt über weniger musikalische Freiheiten beim Umspielen der Melodie als die Gesangsstimme und die <i>suling.</i> Die <i>rebab</i>, die <i>suling</i> und die Gesangsstimme dürfen mit Mikrotönen von den Tonhöhen der gestimmten Schlaginstrumente abweichen. Aus dieser Möglichkeit ergab sich verbunden mit der herausragenden Bedeutung der <i>rebab</i> und der Gesangsstimme für die Melodiebildung eine komplexe Verfeinerung (<i>surupan</i>) der <a href="Modale_Tonleitern" title="Modale Tonleitern">modalen</a> Tonleitern (<i>patet</i>) in Java, während in <a href="Bali" title="Bali">Bali</a> <i>rebab</i> und Gesangsstimme fast völlig aus dem <i>gamelan</i> verschwunden sind.<sup id="cite_ref-18" class="reference"><a href="#cite_note-18"><span class="cite-bracket">[</span>18<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p>
<p>Eine Abbildung in <a href="Thomas_Stamford_Raffles" title="Thomas Stamford Raffles">Thomas Stamford Raffles</a> <i>The History of Java</i> von 1817<sup id="cite_ref-19" class="reference"><a href="#cite_note-19"><span class="cite-bracket">[</span>19<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> zeigt eine <i>rebab</i> in der bis heute üblichen Form. Raffles brachte ein komplettes <i>gamelan</i>-Instrumentarium von Java nach England, das sich heute im <a href="British_Museum" title="British Museum">British Museum</a> in London befindet.<sup id="cite_ref-20" class="reference"><a href="#cite_note-20"><span class="cite-bracket">[</span>20<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Es enthält die hauptsächlichen Instrumente des laut klingenden <i>gamelan</i> und alle leisen Instrumente des <i>gamelan klenengan</i>: das <a href="Xylophon" title="Xylophon">Xylophon</a> <i>gambang kayu</i>, das Metallophon <i><a href="Gend%C3%A8r" title="Gendèr">gendèr</a></i>, die Flöte <i>suling</i>, die Zither <i>celempung</i> und die <i>rebab</i>. Nach seiner bis heute zutreffenden Beobachtung wird die <i>rebab</i> vom Leiter des Orchesters gespielt.<sup id="cite_ref-21" class="reference"><a href="#cite_note-21"><span class="cite-bracket">[</span>21<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Der <i>rebab</i>-Spieler gibt für andere Instrumente Ornamentierungen der Melodielinie vor, führt die weibliche Gesangsstimme und zeigt Tempowechsel an. Eine ebenso wesentliche Funktion für den Rhythmus kommt der Fasstrommel <i>kendang</i> zu, da bis auf die weibliche Solostimme (<i>sindhèn</i>) und die Flöte alle Instrumente in einem vorgegebenen rhythmischen Muster agieren.
</p><p>Bis zum 19. Jahrhundert hatte die <i>rebab</i> die Aufgabe, die Melodielinie so klar wie möglich vorzugeben, damit die übrigen Musiker der nicht schriftlich fixierten Komposition folgen konnten, falls sie ihren Part nicht vollständig auswendig gelernt hatten. Die Anfang des 20. Jahrhunderts eingeführten Gestaltungsfreiheiten für alle Musiker lösten den <i>rebab</i>-Spieler von seiner reinen Vorbildrolle und ermöglichten ihm, alternative Melodielinien (<i>garap</i>) innerhalb der fixierten Kompositionen zu entwickeln. Diese Neuerung und die Einführung einer <a href="Notation_(Musik)" title="Notation (Musik)">Notation</a> machte es möglich, Kompositionen (<i>gending</i>) von <i>sléndro</i> nach <i>pélog</i> zu transponieren und umgekehrt. Seit die <i>rebab</i>-Spieler die durch <i>garap</i> gewonnenen Alternativmelodien anwenden, ergibt sich ein neues Verhältnis zu den Mitmusikern. Folgen diese wie zuvor blind dem Melodieverlauf der <i>rebab</i>, so entsteht letztlich eine völlig neue Komposition und die <i>rebab</i> verliert wiederum ihre Freiheit und gerät in die alte Führungsrolle zurück. Um den Gestaltungsspielraum der <i>rebab</i> zu bewahren, müssen folglich die übrigen Instrumente eng nach der Notation spielen. Die Freiheiten der <i>rebab</i> können nicht beliebig ausgedehnt werden, sie muss in der aus vier Schlägen bestehenden rhythmischen Einheit auf dem letzten und wichtigsten Schlag (<i>sèlèh</i>) mit dem Ton des Metallophons <i>saron</i> zusammenkommen. Nur in Ausnahmefällen ist hiervon eine Abweichung erlaubt.<sup id="cite_ref-22" class="reference"><a href="#cite_note-22"><span class="cite-bracket">[</span>22<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p><p>Eine <i>rebab</i>, ein Metallophon <i>gendèr</i>, ein Trogxylophon <i>gambang</i> und eine Flöte <i>suling</i> übernehmen als Begleitinstrumente die Melodie, welche der <i>dalang</i> (Vorführer und Rezitator) des Schattenspiels <i><a href="Wayang" title="Wayang">wayang</a> kulit</i> singt. Im Unterschied zu den komponierten Stücken (<i>gending</i>) spielt das kleine <i>gamelan</i> des <i>wayang kulit</i> freirhythmisch zu den Gesängen (<i>suluk</i>) des <i>dalang</i>.<sup id="cite_ref-23" class="reference"><a href="#cite_note-23"><span class="cite-bracket">[</span>23<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Westjava">Westjava</h3></div>
<p>In <a href="Jawa_Barat" title="Jawa Barat">Westjava</a> ist die <i>rebab</i> mit ungefähr 115 Zentimetern Länge etwas größer als die zentraljavanische Version. Ihr im Vergleich zum zentraljavanischen Instrument flachere Korpus wird aus einem Stück Holz des <a href="Jackfruchtbaum" title="Jackfruchtbaum">Jackfruchtbaums</a> gefertigt. Die Spieltechnik ist vergleichbar, aber die in Westjava gespielten sundanesischen Musikstile unterscheiden sich deutlich vom zentraljavanischen <i>gamelan</i>.
</p><p>Der instrumental begleitete Gesangsstil <i>tembang Sunda</i> entwickelte sich vermutlich Anfang des 19. Jahrhunderts aus dem Vortrag der epischen Erzählungen <i>carita <a href="Pantun" title="Pantun">pantun</a></i> als eine höfische Kunstform. Die traditionell weibliche Gesangsstimme wird von zwei verschiedenen Brettzithern, der größeren <i>kacapi indung</i> und der kleineren <i>kacapi rincik</i>, einer <i>suling</i> und einer <i>rebab</i> begleitet.<sup id="cite_ref-24" class="reference"><a href="#cite_note-24"><span class="cite-bracket">[</span>24<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> <i>Tembang Sunda</i>-Lieder werden überwiegend in der <i>pélog</i>-Stimmung aufgeführt, seltenere Tonarten sind <i>sorog</i> und <i>sléndro.</i> Bei den in <i>sléndro</i> vorgetragenen Liedern spielt keine <i>suling</i> mit, sie wird stattdessen durch eine <i>rebab</i> ersetzt. Während die Zithern immer auf eine der Tonarten gestimmt sind, steht es den Spielern von <i>rebab</i> und <i>suling</i> frei, auch Noten aus anderen Tonarten zu verwenden.<sup id="cite_ref-25" class="reference"><a href="#cite_note-25"><span class="cite-bracket">[</span>25<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p><p>Im sundanesischen <i>gamelan</i> wurde vermutlich Anfang des 19. Jahrhunderts die Kastenhalslaute <i>tarawangsa</i> weitgehend durch die <i>rebab</i> ersetzt.<sup id="cite_ref-26" class="reference"><a href="#cite_note-26"><span class="cite-bracket">[</span>26<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> In der Musik zu Zeremonien, die auf vorislamischen Vorstellungen basieren, besitzt dagegen die <i>tarawangsa</i> eine wesentliche Funktion, welche der später eingeführten <i>rebab</i> nicht zukommt.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Bali_und_Lombok">Bali und Lombok</h3></div>
<p>Die <i>rebab</i> der <a href="Balinesische_Musik" title="Balinesische Musik">balinesischen Musik</a> besitzt einen runden Korpus (<i>batok</i>) aus geschnitztem Holz oder seltener aus Kokosnuss, über die wie in Java eine Decke aus Büffeldarm gespannt ist. Die beiden Metallsaiten werden an seitlich gegenüberstehenden Wirbeln gespannt und im Abstand einer <a href="Terz_(Musik)" title="Terz (Musik)">Terz</a> gestimmt. Die Handhabung des mit geharztem Pferdehaar bespannten Bogens (<i>pengaradan</i>) entspricht der javanischen <i>rebab</i>. Aus den großen balinesischen <i>gamelan</i> wurde die <i>rabab</i> nahezu vollständig verbannt, sie kommt lediglich noch im <i>gamelan gambuh</i> vor. Dieses gilt als das älteste balinesische Tanztheaterensemble, in welchem ostjavanische Kultureinflüsse aus dem 15. und 16. Jahrhundert bewahrt sind.<sup id="cite_ref-27" class="reference"><a href="#cite_note-27"><span class="cite-bracket">[</span>27<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Das strenge, traditionelle <i>gamelan gambuh</i> hat seinen Namen von der tief tönenden Längsflöte <i>suling gambuh</i>. Zwei bis vier, unisono spielende <i>suling gambuh</i> sorgen durch feine Tonhöhenunterschiede für einen vibrierenden Klang. Ihre langgezogenen Melodiefolgen werden teilweise von einer <i>rebab</i> melodisch begleitet und von Schlaginstrumenten rhythmisiert. Hinzu kommen hängende Buckelgongs, kleine Becken (<i><a href="Ceng-ceng" title="Ceng-ceng">ceng-ceng</a></i> auch <i>rincik</i>), ein liegender Gong (<i>kajar</i>) und Fasstrommeln (<i>kendang</i>). Diese Instrumente werden manchmal durch <i>gentorag</i> (Glockenbaum) und <i><a href="Kemanak" title="Kemanak">gumanak</a></i> ergänzt (kleine, zu einer Röhre gerolle Kupfer- oder Eisenbleche, die mit einem Stab angeschlagen werden). Zu jeder tanzenden Figur gehört eine eigene Melodiefolge mit einer bestimmten, dem Charakter angemessenen, modalen Struktur (<i>tetekep</i>).<sup id="cite_ref-28" class="reference"><a href="#cite_note-28"><span class="cite-bracket">[</span>28<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p><p>In der <a href="Musik_von_Lombok" title="Musik von Lombok">Musik von Lombok</a>, die stark von der westlichen Nachbarinsel Bali und von Ostjava beeinflusst ist, kommt die <i>rebab</i> (meist <i>redeb</i> genannt) im <i>gamelan baris</i> vor, das eine magisch-religiöse Bedeutung besitzt. Das Ensemble besteht im Kern aus einer großen zweifelligen Fasstrommel (<i>tambur</i>) und einem mittelgroßen Gong (<i>boqboq</i>), ergänzt um zwei weitere Trommeln (<i>kendang</i>), eine <i>redeb</i>, eine Bambusflöte (<i>suling</i>) und weitere Metallophone.<sup id="cite_ref-29" class="reference"><a href="#cite_note-29"><span class="cite-bracket">[</span>29<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> <i>Suling</i> und <i>redeb</i> gehören ebenfalls zu den weiteren Begleitinstrumenten des Unterhaltungstanzes <i>gandrung Sasak</i>, dessen Hauptmelodie vom Doppelrohrblattinstrument <i><a href="Preret" title="Preret">preret</a></i> produziert wird. Ferner begleitet eine <i>redeb</i> den Gesang beim Männertanz <i>cepung</i>.
</p><p><a href="Lombok" title="Lombok">Lombok</a> bildet ungefähr die östliche Grenze des Verbreitungsgebiets der <i>rebab</i>. Als Ausnahme fand <a href="Jaap_Kunst" title="Jaap Kunst">Jaap Kunst</a> in den 1920er Jahren auf der weiter östlich gelegenen Insel <a href="Flores_(Indonesien)" title="Flores (Indonesien)">Flores</a> die einfache, einsaitige Streichlaute <i>robeke</i> (auch <i>mbeka</i>, abgeleitet von der mittelalterlichen europäischen <i><a href="Rebec" title="Rebec">rebeke</a></i>).<sup id="cite_ref-30" class="reference"><a href="#cite_note-30"><span class="cite-bracket">[</span>30<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Mindestens bis in die 1960er Jahre führten die Frauen der <a href="Toraja" title="Toraja">Toraja</a> in <a href="Sulawesi_Selatan" title="Sulawesi Selatan">Südsulawesi</a> einen Tanz auf, bei dem sie zugleich mehrere Bambuslängsflöten (<i>suling</i>), mehrere einsaitige Spießgeigen (<i>arabebu</i>), eine Bambusmaultrommel (<i><a href="Genggong" title="Genggong">karombi</a></i>) und eine Schlaggabel (<i>rere</i>) aus Bambus spielten.<sup id="cite_ref-31" class="reference"><a href="#cite_note-31"><span class="cite-bracket">[</span>31<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Bis heute ist bei den Toraja, den <a href="Bugis" title="Bugis">Bugis</a> und den <a href="Makassaren" title="Makassaren">Makassaren</a> in Südsulawesi die zweisaitige Stachelfiedel <i>gesó-gesó</i> beliebt.
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<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Sumatra">Sumatra</h3></div>
<p>In <a href="Sumatra" title="Sumatra">Sumatra</a>, besonders in der nördlichen Hälfte der Insel, begleitet eine zweisaitige <i>rebab</i> den erzählenden und lyrischen Gesang, ansonsten tritt sie in Ensembles auf, die wie bei den <a href="Minangkabau" title="Minangkabau">Minangkabau</a> stark von der orientalisch-islamischen Kultur beeinflusst sind. Als erster europäischer Beobachter berichtete <a href="Marco_Polo" title="Marco Polo">Marco Polo</a> 1292 über das islamische Sultanat Peureulak (Perlak) an der Ostküste der Provinz <a href="Aceh" title="Aceh">Aceh</a>. Der <a href="Islam_in_Indonesien" title="Islam in Indonesien">indonesische Islam</a> verbreitete sich entlang der Handelsrouten in den folgenden Jahrhunderten über weite Teile der <a href="Malaiischer_Archipel" title="Malaiischer Archipel">Malaiischen Inseln</a>. Die lokalen Herrscher nahmen arabische Namen an und tauschten ihren Titel von <a href="Raja" title="Raja">Raja</a> zu <a href="Sultan" title="Sultan">Sultan</a>. Der islamischen Musiktradition sind in Sumatra neben der <i>rebab</i> die Laute <i><a href="Gambus" title="Gambus">gambus</a></i>, das Doppelrohrblattinstrument <i>sarunai</i> (von <i><a href="Sornay_(Musikinstrument)" title="Sornay (Musikinstrument)">surnai</a></i>), die Rahmentrommel <i><a href="Rebana" title="Rebana">rebana</a></i> und der Bronzeteller <i><a href="Sahn_Nuhasi#Dulang" title="Sahn Nuhasi">dulang</a></i> zuzuordnen.<sup id="cite_ref-32" class="reference"><a href="#cite_note-32"><span class="cite-bracket">[</span>32<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p><p>Bei den Minangkabau wird jedes eigene Streichinstrument <i>rabab</i> genannt. Die Fiedel kommt in drei unterschiedlichen Formen vor: Die <i>rabab Pariaman</i> ist eine 40 Zentimeter lange Fiedel mit einem kurzen Hals und einer runden Kokoshalbschale als Korpus, deren Durchmesser etwa 16 Zentimeter beträgt. Die drei Saiten sind im <a href="Quarte" title="Quarte">Quartabstand</a> gestimmt.<sup id="cite_ref-33" class="reference"><a href="#cite_note-33"><span class="cite-bracket">[</span>33<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Nach den abweichenden Angaben von Gabriela Szabová (2008) ragt der dünne runde Saitenträger 33 Zentimeter über den Korpus hinaus und die drei Saiten aus jeweils drei bis fünf Nylonschnüren (wie sie für Flugdrachen gebraucht werden) sind im Terzabstand gestimmt. Die Decke besteht aus Büffelhaut, der Saitenträger und der Streichbogen werden aus Jackfruchtholz gefertigt. Der Beiname verweist auf das Verbreitungsgebiet um die Küstenstadt Pariaman in der Provinz <a href="Sumatra_Barat" title="Sumatra Barat">Westsumatra</a>. Der Spieler der <i>rabab Pariaman</i> sitzt im Schneidersitz auf dem Boden und hält die Fiedel mit dem Korpus aufgestützt etwas aus der Senkrechten zur linken Hand geneigt. Die Fiedel wird zur nächtlichen Unterhaltung im Familienkreis oder bei gesellschaftlichen Anlässen zur Begleitung von „gesungenen Erzählungen“ (<i>dendang kaba</i>) gespielt.
</p><p>Die <i>rabab darek</i> ist eine 60 bis 70 Zentimeter lange, zweisaitige Stachelfiedel mit einem geschnitzten Holzkorpus von 25 Zentimetern Durchmesser und zwei im Quintabstand gestimmten Saiten. Der Name, der wörtlich „flussaufwärts-Fiedel“ bedeutet, bezieht sich auf deren Herkunft. Sie entstand als größere Variante der <i>rabab Pariaman</i> und breitete sich von der Westküste ins nördliche, höher gelegene Kernland der Minangkabau (<i>darek</i>, gemeint „Hochland“, im Unterschied zu <i>pasisir</i>, „Küstenregion“) und in die Regierungsbezirke (<i>kabupaten</i>) Lima Puluh Kota und Tanah Datar aus. Beide Fiedeln werden zu ähnlichen Zwecken eingesetzt. Die <i>rabab darek</i> begleitet häufig zusammen mit der Bambuslängsflöte <i><a href="Saluang" title="Saluang">saluang</a> darek</i> die Gesangsstimme.<sup id="cite_ref-34" class="reference"><a href="#cite_note-34"><span class="cite-bracket">[</span>34<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p><p>Die dritte Fiedel mit vier Saiten, <i>rabab pasisir</i>, („Küsten-Fiedel“) weicht von den beiden anderen ab und entspricht einer frühen Form einer <a href="Bratsche" title="Bratsche">Bratsche</a>, die jedoch in der regional üblichen, senkrecht auf dem Boden aufgestellten Position wie eine Stachelfiedel gespielt wird. Es scheint, als sei die <i>rabab pasisir</i> während der <a href="Niederl%C3%A4ndisch-Indien" title="Niederländisch-Indien">Niederländischen Kolonialzeit</a> in diesem Bereich der Westküste verbreitet worden. Der indonesische Name der <i>rabab pasisir</i> ist <i>biola</i>, wie ansonsten europäische Violinen genannt werden. Die Saiten sind in Quintabständen gestimmt. Drei Saiten dienen der Melodiebildung, die vierte Saite wird als <a href="Bordun" title="Bordun">Bordun</a> verwendet oder nicht beachtet. Die Spielweise der <i>rabab pasisir</i> ist in Südostasien einzigartig. Ebenso ungewöhnlich ist die an der Küste um Pariaman gepflegte Erzählform <i>kaba</i>, die mit der <i>rabab pasisir</i><sup id="cite_ref-35" class="reference"><a href="#cite_note-35"><span class="cite-bracket">[</span>35<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> und gelegentlich mit einer Rahmentrommel (<i>adok, rapano</i> oder <i>rapa’i</i>)<sup id="cite_ref-36" class="reference"><a href="#cite_note-36"><span class="cite-bracket">[</span>36<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> begleitet wird. Die Erzähler (<i>tukang kaba</i> oder <i>tukang cerita</i>) singen und rezitieren die ganze Nacht.<sup id="cite_ref-37" class="reference"><a href="#cite_note-37"><span class="cite-bracket">[</span>37<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Von europäischen Violinen einfacher Bauart begleitete, erzählende Gesänge sind ansonsten bei den <a href="Bugis" title="Bugis">Bugis</a> in <a href="Sulawesi_Selatan" title="Sulawesi Selatan">Südsulawesi</a> und in der Gegend um <a href="Bima_(Sumbawa)" title="Bima (Sumbawa)">Bima</a> in <a href="Sumbawa" title="Sumbawa">Sumbawa</a> bekannt. In Sumbawa heißt das Genre <i>biola rawa Mbojo</i> („Violine und Gesang der Mbojo/in der Sprache der Mbojo“). Die <i>biola</i> wird dort tief an der Schulter gerade nach vorn (ungefähr in der südindischen Spielposition) gehalten.<sup id="cite_ref-38" class="reference"><a href="#cite_note-38"><span class="cite-bracket">[</span>38<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Die <i>rabab pasisir</i> wird zur Liedbegleitung bei Festveranstaltungen wie Hochzeiten, Hauseinweihungen und der <i>batagak penghulu</i> genannten Zeremonie zur Amtseinführung eines <a href="Adat" title="Adat">Adat</a>-Oberhaupts gespielt. Die beiden ersten Fiedeln ordnen die Minangkabau nach der <a href="Klassifizierungen_von_Musikinstrumenten#Minangkabau" title="Klassifizierungen von Musikinstrumenten">eigenen Klassifizierung</a> den <i>asli</i> („eigenen Instrumenten“) und der Untergruppe der <i>nan digesek</i> („gestrichen“) zu. Die dritte Fiedel gehört zu den <i>asal Barat</i>, den „aus dem Westen stammenden“ Instrumenten.<sup id="cite_ref-39" class="reference"><a href="#cite_note-39"><span class="cite-bracket">[</span>39<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
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<p><i>Arbab</i>, auch <i>hareubab</i>, heißt ein heute praktisch verschwundenes Streichinstrument, das im Norden Sumatras vom Gebiet der <a href="Batak" title="Batak">Batak</a> bis Aceh gespielt wurde. Die Stachelfiedel mit drei Darmsaiten war in Aceh etwa 120 Zentimeter lang und besaß einen schalenförmigen Korpus von 23 Zentimetern Durchmesser, der mit Haut bespannt war.<sup id="cite_ref-41" class="reference"><a href="#cite_note-41"><span class="cite-bracket">[</span>41<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Bei den Simalungan, einer Untergruppe der Batak im Osten des <a href="Tobasee" title="Tobasee">Tobasees</a>, war eine zweisaitige <i>arbab</i> in Gebrauch. Der mit verschränkten Beinen sitzende Musiker hielt das Instrument mit dem wenige Zentimeter unten aus dem Korpus herausragenden Saitenträger auf den rechten Oberschenkel gestützt in einem Winkel von 45 Grad seitwärts vor dem Oberkörper und strich mit dem Bogen oberhalb des Korpus über die Saiten. Häufig spielte die <i>arbab</i> in einem kleinen Ensemble mit einer zweisaitigen Zupflaute <i><a href="Hasapi" title="Hasapi">hasapi</a></i> (<i>husapi</i>), einer großen zweifelligen Batak-Trommel <i>odap</i> und einer Metallplatte, die als Taktgeber geschlagen wurde. Das Instrument soll nach den Angaben von Saridin Tua Sinaga (2009) bei christlichen Missionaren, die um 1903 die Simalungun erreichten, zusammen mit anderen Kulturgütern wegen deren angeblicher Verwendung für Geisterkulte in Misskredit geraten und vernichtet worden sein. Die Missionare ersetzten die traditionellen Musikinstrumente durch europäische.<sup id="cite_ref-42" class="reference"><a href="#cite_note-42"><span class="cite-bracket">[</span>42<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
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<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Malaysia">Malaysia</h3></div>
<p>Das am weitesten verbreitete Streichinstrument auf der <a href="Malaiische_Halbinsel" title="Malaiische Halbinsel">Malaiischen Halbinsel</a> ist die <i>rebab tiga tali</i>, die „Fiedel mit drei Saiten“, die etwa der javanischen <i>rebab</i> entspricht. Der runde bis dreieckige, unten spitz zulaufende Korpus wird aus einem Holzblock gefertigt. Verwendet werden das Holz des Jackfruchtbaums, von <i>Dialium platysepalum</i> (malaiisch <i>keranji</i>) oder ein anderes Hartholz. Darüber wird als Decke vorzugsweise Büffeldarmhaut oder die Haut eines Kuhmagens gespannt. Der Korpus ist etwa 25 Zentimeter lang, 17 Zentimeter breit und 5 Zentimeter tief. Die drei Saiten führen über einen beweglichen Steg aus <a href="Narrabaum" title="Narrabaum">Narrabaumholz</a> (malaysisch <i>sena</i>), der im oberen Bereich auf der Hautdecke steht, bis zu den seitenständigen Wirbeln. Diese befinden sich etwa bei zwei Drittel der Gesamtlänge. Der Saitenträger ist ein durchschnittlich 108 Zentimeter langer, dünner Rundstab aus dem sehr festen Holz von <i>Vitex pinnata</i> (malaysisch <i>leban</i>). Er ragt etwa 11 Zentimeter an der Unterseite heraus und ist am oberen Ende mit einer Schnitzerei verziert, die <i>pucung rebung</i> genannt wird (<i>pucung</i>, „Bambussprossen“) und als Ornament auf Batikstoffen vorkommt.<sup id="cite_ref-43" class="reference"><a href="#cite_note-43"><span class="cite-bracket">[</span>43<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Die Schnitzerei erinnert auch an eine thailändische oder kambodschanische Königskrone. An der oberen linken Seite der Hautdecke ist eine kleine Metallkappe aufgeklebt, die eine klangdämpfende Wirkung haben soll. Das gesamte Instrument und der Streichbogen sind üblicherweise aufwendig verziert und bemalt.<sup id="cite_ref-44" class="reference"><a href="#cite_note-44"><span class="cite-bracket">[</span>44<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> An der Rückseite des Korpus hängen Wollestreifen und Perlenkettchen zur Dekoration. Früher bestanden die Saiten aus gedrehter Baumwolle, heute werden Metallsaiten verwendet. Sie sind im Abstand von Quarten, Quinten oder in einer Kombination von beidem ohne festgelegte Tonhöhe gestimmt. Der mit Schnitzereien verzierte, knapp 80 Zentimeter lange Streichbogen kann mit so unterschiedlichen Materialien wie Rattanfasern, Kokosnussfasern, Fasern von Ananasblättern oder Kunststoffschnüren bezogen sein. Wie auf Java hält der Spieler mit Daumen und Zeigefinger den Bogen, während er mit Mittelfinger und Ringfinger den Bezug spannt.<sup id="cite_ref-45" class="reference"><a href="#cite_note-45"><span class="cite-bracket">[</span>45<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p>
<p>Die <i>rebab tiga tali</i> dient der Gesangsbegleitung und spielt in mehreren Instrumentalensembles zur Begleitung von Tänzen und Theateraufführungen. Während beim arabisch-islamischen Tanzstil <i><a href="Zapin" title="Zapin">zapin</a></i> der Sänger die orientalischen Zupflauten <i><a href="Gambus" title="Gambus">gambus</a></i> oder <i><a href="Oud" title="Oud">ʿūd</a></i> spielt, rhythmisch unterstützt von Rahmentrommeln, werden bei dem aus Java stammenden Tanz <i>ronggeng</i> die <i>rebab tiga tali</i>, Rahmentrommeln und <a href="Gong" title="Gong">Gongs</a> eingesetzt.
<span id="Mak_yong"></span>
</p><p>Der vermutlich älteste und kunstvollste malaysische Tanzstil ist der <i>mak yong</i>, dessen Ursprung im nördlichen Bundesstaat <a href="Kelantan" title="Kelantan">Kelantan</a> und in den benachbarten thailändischen Provinzen <a href="Narathiwat_(Provinz)" title="Narathiwat (Provinz)">Narathiwat</a> und <a href="Pattani_(Provinz)" title="Pattani (Provinz)">Pattani</a> vermutet wird, wo er für das Ende des 19. Jahrhunderts durch schriftliche Quellen belegt ist. Das Repertoire stammt aus der vorislamischen, hinduistischen Tradition. <i>Mak yong</i> wurde früher als höfische Unterhaltungskunst präsentiert, gehört heute jedoch zum Programm von wenigen Schauspieltruppen, die über die Dörfer ziehen und das Tanzdrama zur Unterhaltung oder als Heilungszeremonie aufführen. Auf die Eintragung als <a href="Repr%C3%A4sentative_Liste_des_immateriellen_Kulturerbes_der_Menschheit" title="Repräsentative Liste des immateriellen Kulturerbes der Menschheit">Immaterielles Kulturerbe der Menschheit</a><sup id="cite_ref-46" class="reference"><a href="#cite_note-46"><span class="cite-bracket">[</span>46<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> 2005 folgen seitdem Bemühungen zur Wiederbelebung der von staatlich-islamischer Seite kritisierten Tradition. Es gibt Überschneidungen in der Aufführungspraxis mit anderen regionalen Theaterformen, etwa dem südthailändischen Tanzdrama <i>manora</i> und dem dortigen Schattenspiel <i><a href="Nang_Talung" title="Nang Talung">nang talung</a></i>. Das hauptsächliche Melodieinstrument des <i>mak yong</i>-Ensembles ist die <i>rebab tiga tali</i>, für den Rhythmus sorgen zwei Fasstrommeln (<i><a href="Kendang" title="Kendang">gendang</a></i>) und zwei in einem Gestell hängende Buckelgongs (<i>tetawak</i>). Für bestimmte Stücke kann dieses Ensemble um weitere Schlaginstrumente und eine Kegeloboe (<i>serunai</i>) erweitert werden.<sup id="cite_ref-47" class="reference"><a href="#cite_note-47"><span class="cite-bracket">[</span>47<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Das nach der Opferzeremonie gespielte Eröffnungsstück <i>Mengadap Rebab</i> ist ein <a href="Sitztanz" title="Sitztanz">Sitztanz</a> der Frauen. Die <i>rebab</i> beginnt zu spielen, gefolgt von Trommeln und Gongs, dann setzt die führende Sängerin und Tänzerin mit ihrem lyrischen Gesang ein, dessen Melodie sich heterophon zur <i>rebab</i> verhält, indem beide in gewissen Varianten die Basismelodie vortragen. Der später hinzutretende Chor setzt eine mehr oder weniger unabhängige Melodie entgegen. Der <i>rebab</i>-Spieler ist üblicherweise der älteste Musiker und musikalische Lehrer der Truppe.<sup id="cite_ref-48" class="reference"><a href="#cite_note-48"><span class="cite-bracket">[</span>48<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p><p>In den 1990er Jahren sorgten Film und Fernsehen in den Städten und auf den Dörfern für das endgültige Verschwinden der professionellen Geschichtenerzähler. Die musikalisch vielleicht am meisten ausgereifte Erzähltradition wurde von den Geschichtenerzählern (<i>tok selampit</i>) in Kelantan gepflegt. Der <i>tok selampit</i> war häufig ein blinder Mann, der seine Erzählungen (<i>tarikh selampit</i>) auf einer <i>rebab</i> begleitete. Die <i>rebab</i> spielte er unisono zur Gesangsstimme oder zur Wiederholung der gesungenen Melodie. Innerhalb eines geringen Tonumfangs wurde die Melodie reich mit Mikrointervallen und diversen Verzierungen ausgestaltet. Instrumentale Einschübe gliederten den Ablauf der Erzählung und gaben dem Vortragenden eine Verschnaufpause.<sup id="cite_ref-49" class="reference"><a href="#cite_note-49"><span class="cite-bracket">[</span>49<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Der <i>tok selampit</i> ließ mehrere Figuren direkt miteinander reden, sodass die Rezitation den Charakter einer dramatischen Inszenierung bekam. Amin Sweeney (1973) zufolge erhielt der am meisten gefragte <i>tok selampit</i> in Kelantan Anfang der 1970er Jahre lediglich rund zehn Anfragen für nächtliche Auftritte pro Jahr, die außerdem schlecht bezahlt waren.<sup id="cite_ref-50" class="reference"><a href="#cite_note-50"><span class="cite-bracket">[</span>50<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p><p>In Heilungszeremonien soll durch unterschiedliche Rituale Kontakt mit der Geisterwelt aufgenommen werden, um zunächst zu erfahren, ob eine Krankheit organischer oder psychischer Natur ist. Der für die Erkrankung als ursächlich erkannte Geist wird nachfolgend durch einen Ritualexperten ausgetrieben. Bei einer dieser Methoden namens <i>main puteri</i>, die in Kelantan und <a href="Terengganu" title="Terengganu">Terengganu</a> praktiziert wird, ist der Einsatz eines Musikensembles von zentraler Bedeutung. Wenn der Ritualexperte (<i>tok puteri</i>) vom krank machenden Geist besessen ist, gerät er durch seinen Gesang und einen Assistenten (<i>tok minduk</i>), der rebab spielt und ebenfalls singt, in einen Trancezustand und beginnt einen Trancetanz (<i>tarian lupa</i>). Zu einem früheren Ensemble gehörten außer der dreisaitigen Fiedel noch zwei Rahmentrommeln (<i>redap</i> oder <i>rebana riba</i>), eine große, mit der Hand geschlagene Rahmentrommel (<i><a href="Rebana" title="Rebana">rebana</a></i>) und eine mit zwei Stöckchen geschlagene Messingschüssel (<i>batil</i>). Das heutige Zeremonialensemble in Kelantan besteht aus einer <i>rebab</i>, zwei Fasstrommeln (<i>gendang</i>), zwei Buckelgongs (<i>tetawak</i>), zwei oder mehr in einem quadratischen Holzkasten liegende Buckelgongs (<i>canang</i>), Hand<a href="Zimbel" title="Zimbel">zimbeln</a> (<i>kesi</i>) und manchmal eine Kegeloboe (<i>serunai</i>). Die <i>rebab</i> folgt den Gesangsstimmen des <i>tok puteri</i> und des <i>tok minduk</i>, die einen Dialog in einem langsamen Tempo führen, entweder durch ein <a href="Heterophonie" title="Heterophonie">heterophones</a> Umspielen oder durch ständiges Wiederholen einzelner melodischer Figuren.<sup id="cite_ref-51" class="reference"><a href="#cite_note-51"><span class="cite-bracket">[</span>51<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p><p>Die „zweisaitige Fiedel“ <i>rebab dua tali</i> der Malaiischen Halbinsel ist von einfacherer Bauart als die <i>rebab tiga tali</i>. Ein bis zu 90 Zentimeter langer Saitenträger führt durch einen an den Kanten gerundeten, rechteckigen Korpus, der etwas größer ist als derjenige des dreisaitigen Instruments. Die Saiten verlaufen über den weit oben auf der Decke aufgestellten Steg zu seitlichen Wirbeln nahe am oberen Ende des Stabes. Die <i>rebab dua tali</i> ist heute praktisch verschwunden, ebenso wie das Schattenspiel <i>wayang kulit Melayu</i>, in dessen Begleitensemble sie gespielt wurde.<sup id="cite_ref-52" class="reference"><a href="#cite_note-52"><span class="cite-bracket">[</span>52<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
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<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Borneo">Borneo</h3></div>
<p>Die überwiegend im malaysischen Bundesstaat <a href="Sarawak" title="Sarawak">Sarawak</a> auf <a href="Borneo" title="Borneo">Borneo</a> lebenden <a href="Iban_(Volksgruppe)" title="Iban (Volksgruppe)">Iban</a> spielen die einsaitige Stachelfiedel <i>merebab</i> und die zweisaitige Stachelfiedel <i>engkerabab</i>. Das wesentlich bekanntere Saiteninstrument in Sarawak ist die bootsförmige Zupflaute <i><a href="Sape_(Zupfinstrument)" title="Sape (Zupfinstrument)">sape</a></i>. Eine museale, ein- oder zweisaitige Stachelfiedel der <a href="Dayak" title="Dayak">Dayak</a> ist als <i>enserunai</i>,<sup id="cite_ref-53" class="reference"><a href="#cite_note-53"><span class="cite-bracket">[</span>53<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> oder <i>ensuranai</i><sup id="cite_ref-54" class="reference"><a href="#cite_note-54"><span class="cite-bracket">[</span>54<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> oder als <i>garadap</i> in die Literatur eingegangen. Ihr Korpus aus einer Kokoshalbschale ist mit Fischhaut oder Holz bedeckt. Der Hartholzstab ragt ein kurzes Stück über die Unterseite des Korpus hinaus. Die Saiten bestehen aus Schnur oder Kupferdraht. Am Bogen aus einem gekrümmten Pflanzenrohr ist eine 30 Zentimeter lange Rattansehne festgebunden. Der am Boden sitzende Musiker fixiert den Stachel der Fiedel mit gegeneinander gelegten Sohlen zwischen den Zehen und bringt einen klagenden Ton hervor. <a href="Curt_Sachs" title="Curt Sachs">Curt Sachs</a> (1913) hielt das Instrument für „eine Rückbildung des mit den Arabern nach Indonesien gekommenen Rebâb“.<sup id="cite_ref-55" class="reference"><a href="#cite_note-55"><span class="cite-bracket">[</span>55<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Literatur">Literatur</h2></div>
<ul><li><i>Rabab (Rebab)</i>. In: Anthony Baines: <i>Lexikon der Musikinstrumente</i>. J. B. Metzler’sche Verlagsbuchhandlung, Stuttgart 2005, S. 265f</li>
<li>Noriko Ishida: <i>The textures of Central Javanese gamelan music: Pre-notation and its discontents</i>. In: <i>Bijdragen tot de Taal-, Land- en Volkenkunde</i>, Band 164, Nr. 4, 2008, S. 475–499</li>
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<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Einzelnachweise">Einzelnachweise</h2></div>
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